Mein Studium der Physik habe ich im Wintersemester 1994/95 an der Christian Albrechts Universität in Kiel aufgenommen. Relativ schnell kristallisierte sich ein besonderes Interesse für die Mathematische Physik heraus, ob wohl mir die praktischen Bestandteile des Studiums auch Spaß machten. Neben dem "Chemischen Praktikum für Physiker" (Analysen kochen in der Anorganik) ist mir insbesondere das Praktikum "Angewandte Optik" in sehr guter Erinnerung geblieben: Wo sonst bekommt man die Möglickeit geboten, selbst echte Hologramme herzustellen? Vom optischen Aufbau mit HeNe-Laser, über die Szenen Gestaltung bis hin zum Belichten und Entwickeln der holographischen Platten war alles in Eigenregie zu meistern.
Mindestens ebenso faszinierend, wenn auch deutlich unbequemer gestaltete sich das Astronomische Praktikum. Mitten im Winter, in der Sternwarte auf dem Physikturm, friert einem nicht nur das LCD-Panel vom Laptop ein...
Meine Diplomarbeit habe ich in der Angewandten Physik in der Arbeitsgruppe "Dynamik komplexer Systeme" (Prof. Pfister) geschrieben. Das Thema "Konzepte zur Steuerung eines autonomen Fahrzeuges" klingt zwar erstmal nicht direkt nach Physik, hatte aber mehr als genug interessante Aspekte und Herausforderungen zu bieten. Ein wesentlicher Teil der Arbeit war die Auswertung von Ultraschall-Ortungsdaten und von Laserscans eines am Institut entwickelten Laserabstandsmessers. Hinzu kam eine möglichst gute Simulation der beiden Sensorsysteme und ein einfach gehaltener Regler für das Fahrzeug, der die automatische Navigation in einfachen Labyrinthen ermöglichen sollte.
Neben dem reinen Studium gab es natürlich noch einige andere Dinge zu sehen und zu erleben. Besonders gern denke ich am meine Zeit als Systemadministrator im Leibniz-Labor während der Zeit des Hauptstudiums zurück. Ursprünglich als Hilfe für die Elektronikentwicklung gefragt worden, habe ich dort zwar nie (oder doch einmal? Keine Ahnung!) einen Lötkolben in der Hand gehabt, dafür aber sehr bald zwei Rechner und die Aufgabe, eine gewachsene Infrastruktur aus MS-Access und MS-Excel-Dokumenten in eine richtige SQL-Datenbank umzusetzen. Möglichst mit Access als Frontend. Am Ende stand eine Lösung mit ADABASE unter SuSE-Linux als DB-Server und MS-Access als Frontend via ODBC. Mit Beginn der Diplomarbeit endete leider das Engagement am Leibniz-Labor. Dafür folgte bald (und eher ungewollt) ein Einstieg in die Systemadministration in der Arbeitsgruppe in der ich meine Diplomarbeit schrieb.